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Die Regenbrücke bei Chammünster hätte am Montag abgebaut werden sollen. Doch am Donnerstag zerbrach sie plötzlich.
 
Schier unglaubliches Glück hatten Paddler und Bauarbeiter der Firma Wutz am Donnerstag gegen 16.45 Uhr. Die Firma hatte die Vorarbeiten für das Herausheben der maroden Weißen Brücke in der nächsten Woche abgeschlossen und die Mitarbeiter befestigten gerade die Absperrgitter am Brückenaufgang, als das Bauwerk mit lautem Krach in der Mitte auseinanderbrach und in den Regen stürzte.
 
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“Bodenloser Leichtsinn!”
“Da war nur ein leises Knacken als Vorwarnung”, sagt Firmen-Chef Hans Wutz. “Wir hatten ein Riesenglück. Kurz zuvor waren wir noch drauf”, erzählt er. Die Firma hat den Auftrag, die marode Brücke zu beseitigen, um Platz für ein neues Bauwerk zu schaffen. Wutz hatte bereits im Vorfeld schwere Bedenken. Dem Chamer Bürgermeister Martin Stoiber erzählte er, dass er in den Pfeilern große Ameisennester vorgefunden habe und einen hohen Zersetzungsgrad des Holzes. “Das ist das Tückische beim Holz: Das kann von außen noch total gut aussehen und ist innen schon total kaputt”, so Wutz.
 
Der Chef der Baufirma berichtet auch vom bodenlosen Leichtsinn mancher Kanuten. “Da hat es wirklich Leute gegeben, die sind kurz vorher noch unter der gesperrten Brücke durchgefahren. Wenn du dann was sagst, dann kriegst du als Antwort: Was wirst Du denn schon wissen. Drei Paddelschläge - und sie sind durch.”
 
Das Gewicht der Weißen Brücke wird mit 43 Tonnen angegeben. Das Ergebnis eines Einsturzes über den Paddlern wäre eindeutig gewesen. “Es gab aber auch die Vernünftigen, die umgetragen haben. Manche hatten Seile dabei und haben die Boote unter der Brücke durchtriften lassen. Das ist auch noch in Ordnung, weil im Zweifelsfall halt nur Sachschaden entsteht”, sagt Wutz.
 
Nun sind die Befestigungspunkte für das Ausheben der Brücke umsonst, die die Firma Wutz am Donnerstag noch angebracht hatte. “Wir brauchen jetzt zwei Teile oder sogar drei zum Rausheben”, sagt Wutz. Dafür wird ein 750-Tonnen-Kran aufgefahren. “Das brauchen wir, weil wir eine Entfernung von 23 Metern überbrücken müssen”, so Wutz.
 
Sperrung goldrichtig
Das THW hat bereits die Teile für die mobile Ersatzbrücke angefahren und im Vorfeld gelagert. Sie soll die Zeit überbrücken, bis der Ersatz für die Weiße Brücke geplant und errichtet ist. Sie soll demnächst errichtet werden, um den Zugang zur Naherholung von Chammünster her wieder zu ermöglichen und eine Verbindung nach Cham für die Radfahrer und Wanderer zu schaffen.
 
Bürgermeister Martin Stoiber sieht den Vorfall als Rechtfertigung für die Vorsicht, die auch kritisiert worden war: “Es war goldrichtig, diese Brücke zu sperren. Das war ein unglaubliches Glück, das wir da hatten.”
 
Die Weisse Brücke
Das Gutachten: Die Stadt Cham hat die Weiße Brücke gesperrt, weil ein Statik-Gutachten zu dem Ergebnis gekommen war, dass der Aufenthalt auf dem Bauwerk lebensgefährlich ist.
 
Das Problem: Außen hatte das Holz noch einen guten Eindruck gemacht, innen war es aber bereits zersetzt und von Ameisen ausgehöhlt. Das kam bei der Beseitigung der Verkleidung zum Vorschein.
 
( Bericht Bayerwald Echo 31.07.2020)

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