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von Hans Schmelber (Mittelbayerische Zeitung)

“Ich habe ja selber einen Fischereischein”, versicherte die Chamer Bürgermeisterin am Sonntagnachmittag im überfüllten Saal des Hotels am Regenbogen. Der Fischereischein ist ein Erlaubnisschein, der dem Inhaber erlaubt, zu angeln oder zu fischen. Voraussetzung ist die bestandene Fischerprüfung. Und die haben sicherlich alle der gut über 200 Anwesenden, die zur Jahresversammlung des Fischereivereins Cham gekommen waren.

Vorsitzender Alfons Klostermeier freute sich, dass von den 621 Mitgliedern ein Drittel der Versammlung beiwohnte. “Nach wie vor kann ich feststellen, dass die Vorstandschaft hervorragend und harmonisch zusammenarbeitet, sich jeder nach Kräften einbringt und sich um konstruktive Zusammenarbeit bemüht”, versicherte er. Bei einem Fischereiverein dieser Größenordnung sei es “wichtig, dass sich möglichst viele Mitglieder aktiv einbringen, sich um unsere Liegenschaften kümmern oder sich bei Veranstaltungen engagieren”.

Appell: Arbeitsstunden ableisten


“Im vergangenen Jahr leisteten die Mitglieder knapp 5000 Arbeitsstunden, ähnlich viele wie im Vorjahr. “Die Einnahmen für nicht geleistete Arbeit belaufen sich auf 10 005 Euro - und diesen Beitrag können wir gut brauchen”, so Klostermeier. “Allerdings”, so der Vorsitzende, “muss ich darauf hinweisen, dass wir mit unseren umfangreichen Liegenschaften dringend auf die Ableistung der Arbeitsstunden angewiesen sind. Da immer mehr Angler lieber zahlen als arbeiten, haben wir uns im Vorstand darauf geeinigt, den Kostensatz für nicht geleistete Arbeit 2019 auf 20 Euro zu erhöhen.”

Ausgegeben wurden 409 Jahreskarten, sieben Wochenkarten und 1227 Tageskarten. Dazu bemerkte der Vereinschef, dass der Fischerverein damit durchaus auch zu einem positiven Image der Stadt beitrage, denn zahlreiche Angelurlauber wählten ihren Urlaubsort in erster Linie nach der Attraktivität der zur Verfügung stehenden Angelgewässer aus - “und unsere Gewässer werden als sehr attraktiv eingeschätzt”, versicherte Klostermeier. 2018 verlief auch wirtschaftlich gut für den Verein. Erneut konnten Sondertilgungen bei den Verbindlichkeiten geleistet werden. “Wir haben aktuell noch einen Gesamtschuldenstand von rund 120 000 Euro. Und wenn es weiter so gut läuft, könnten wir vielleicht schon bis 2021/2022 schuldenfrei sein”, hofft Klostermeier.

Er hielt Rückblick auf Fischerprüfungen, Anfischen, Vatertagsfischen, Ausrichten des Landkreis-Königsfischens, Fischerfest und Teilnahme bei Auto, Mode und mehr. Bei Letzterem werde sich der Verein nicht mehr beteiligen. Neu sei 2019, dass am Karfreitag im Haus der Chamer Fischer Steckerlfisch und Zander angeboten werden. Im November startet wieder ein Fischerkurs.

 

Mit dem Meyer-Wasser konnte ein neuer Regenabschnitt gepachtet werden, der vom Anschluss Göttlinger Wasser bis Chamerau Mitte Friedhofsmauer geht - größtenteils als Fliegenstrecke. Klostermeier präsentierte auch Zahlen aus der Fangstatistik, wies auf die Fangbücher hin und betonte, dass jeder Fang auch unverzüglich eingetragen werde. “

Sehr gute Zahlen präsentierte auch der Gewässerwart Wolfgang Decker. Gesetzt wurden 2017 ebenso wie 2018 rund 7000 Kilo Fische im Wert von rund 30 000 Euro. Für 2019 wurde angesichts steigender Mitgliederzahlen und des neuen Regenabschnitts ein Besatz in Höhe von 33 000 Euro beschlossen. Eingesetzt wurden Karpfen, Hechte, Rotaugen, Gründlinge, Zander, Nasen, Rutten und Schleien, “alles Fische mit hervorragender Qualität”, versicherte Decker, der sich auch bei seinem Vize Reinhart Vachal bedankte.

“Nach wie vor greifen Fischräuber wie Kormoran, Mink und in der jüngeren Vergangenheit auch der Fischotter stark in die Fischbestände ein. Wer beschützt denn unsere Fische?”, fragte Decker und verwies dabei auf das Artenschutzprogramm. “Viele Teich- und andere Fischwasserbesitzer haben deswegen schon aufgegeben”, bedauerte er. Ein Hinweis darauf sei auch die Fangtendenz hin zu größeren Fischen.

Der Vorsitzende versicherte aber, dass ein guter Fischbestand für die Gewässer festzustellen sei. “Dafür wird auch mit gewässerverbessernden Maßnahmen wie Auflockerung von Kiesbänken, Störsteinen, Renaturierung von Altwässern und Teilnahme am Artenhilfsprogramm einiges vom Verein gemacht”, so der Vereinschef.

 

Der Fischerkönig werde künftig beim Vatertagsfischen (schwerster Fisch) ermittelt. Die Übergabe der Königskette erfolge beim Fischerfest.

 

Neu sei auch die Internetseite www.fischereiverein-cham.de, die von Schriftführer Fridolin Marmann überarbeitet wurde. 

 

Einen umfangreichen und detaillierten Bericht mit vielen Bildern präsentierte Jugendwart Hans Gleixner, unterstützt von seinem Vize Martin Bemmerl. Winterfischen im Spitzwegwasser, Nistkästen gereinigt, Karpfenbleie selber hergestellt, Anfischen und Königsfischen der Jugend, Fliegenbinden, Spinn- und Fliegenfischen am Biertor, Vatertagsfischen, Aalfischen am Stefflsee, Gemeinschaftsfischen mit dem Jugendzentrum, Jugendzeltlager, Raubfischangeln am Regen und Hechtfischen am See und last but not least die Abschlussfeier der Fischerjugend wurden aufgezeigt.

 

Die beiden Jugendgruppen bestehen aktuell aus 47 Jugendlichen von neun bis 17 Jahren. Die erste Gruppe der Neun- bis 13-Jährigen ist im Team Friedfisch, die zweite Gruppe der 14- bis 17-Jährigen im Team Raubfisch. In verschiedenen Workshops werden unter anderem Rutenreparatur und Rutenbau oder auch spezielle Angelmethoden wie das Fliegenfischen vermittelt. “Unser Jugendleiterteam besteht aus zwei verantwortlichen Jugendleitern und sechs Helfern. Besonders stolz sind wir auf unsere beiden Landkreis-Fischerkönige, die sowohl bei den Erwachsenen als auch bei der Jugend diesmal beide aus unserem Verein und aus unserer Fischerjugend stammen”, freute sich Gleixner.

 

Rudi Ederers Kassenbericht zeugte von einer soliden finanziellen Basis. Kassenprüfer Florian Sedlmeier bestätigte die ordnungsgemäße Buch- und Belegführung. Der Vorsitzende leitete über zur Satzungsänderung. Die Versammlung stimmte einmütig zu.

Mit Spannung erwartet wurde die Bekanntgabe der Fischerkönige 2018. Die Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft folgten im Anschluss.

 

Vom guten Besuch überwältigt
Bürgermeisterin Karin Bucher sagte, sie komme wegen ihres Amtes nicht dazu, ihr Hobby Fischen auszuüben, versicherte aber, dass sie irgendwann in absehbarer Zeit wieder mal die Ruhe beim Angeln genießen wolle. Sie lobte die, wie sie sich ausdrückte, “zackige Versammlungsführung, in der nicht mal Wolfgang Decker eine Chance hatte, die Zeit zu überziehen”, wie sie humorvoll bemerkte, und zeigte sich überwältigt vom guten Besuch. Sie wundere sich aber, dass so wenige Frauen anwesend waren.

Bucher dankte dem Verein für die Arbeit fürs Gemeinwohl und für die besonders gute Jugendarbeit, die dafür sorge, “dass die Jungen nicht nur vor dem Fernseher sitzen”. Sie sprach kurz den Störfall in puncto Kläranlage an und zeigte sich überzeugt, dass die eingeleitete Molke den Fischen keinen Schaden zugefügt habe.

 

EHRUNGEN UND AUSBLICK


Fischerkönige 2018:

Erwachsene: JürgenMühlbauer,Waller, 186 Zentimeter, (97Punkte);

Jugend: Sebastian Breu,Karpfen, 4850 Gramm

 

Treue Mitglieder:

55 Jahre: Josef Ruß, Cham;

40 Jahre: Günther Stumpf, Cham;PeterBatek,Waffenbrunn; Hans Gleixner,Cham; Edmund Holzer,Cham;

 

25 Jahre: MartinBemmerl, Cham; Josef Breu,Cham; Ernst Engl, Cham; Hermann Fischer, Traitsching; PeterHamfler,Cham-Chammünster; Rolf Ochsenreiter,Cham; Herbert Wache,Cham;Maximilian Wagner, Konzell; Franz Fischer,Cham; EhrfriedMarsch, Cham; Kornelia Marsch, Cham; Franz Forster,Cham

 

Termine 2019:

14.April Anfischen;

19. April Karfreitags-Steckerlfisch;

30. Mai Vatertagsfischen;

28. Juni Versammlung mit Infos für Neumitglieder;
13./14. Juli Fischerfest

 

Originalbericht Mittelbayerische Zeitung 13.03.2019  pdf logo

 

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